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Pflege & Altenpflege: Begleitung am Lebensende

Pflege & Altenpflege: Begleitung am Lebensende

Pflege und Altenpflege

Mit einer alternden Gesellschaft steigt die Bedeutung der Pflege – sowohl im häuslichen Umfeld als auch in professionellen Einrichtungen. 2023 waren etwa 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, wobei ältere Menschen den größten Anteil bilden. Für den Solinger Bestatterverband ist Pflege ein wichtiger Kontext – nicht nur, weil viele Verstorbene zuletzt auf Pflege angewiesen waren, sondern auch wegen der engen Verbindung von Pflege, Sterben und Abschiednahme.

Pflegebedürftigkeit erkennen und verstehen

Pflegebedürftigkeit entsteht, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, alltägliche Aktivitäten völlig selbstständig zu bewältigen. Grundlegende Tätigkeiten wie Körperpflege, Ernährung, Mobilität und Hausarbeit fallen schwer oder sind ohne Hilfe nicht mehr möglich.

Je nach Schweregrad werden Pflegebedürftige in der gesetzlichen Pflegeversicherung einem von fünf Pflegegraden (1–5) zugeordnet. Je höher der Pflegegrad, desto umfassender die Leistungen. Dazu gehören medizinische Behandlungspflege, Grundpflege und hauswirtschaftliche Unterstützung.


Häusliche Pflege: Ambulante Hilfe und 24‑Stunden-Betreuung

Ambulante Pflegedienste

Ambulante Pflegedienste bieten Grund- und Behandlungspflege im eigenen Zuhause. Sie ermöglichen pflegebedürftigen Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben – was nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich oft sinnvoll ist.

Leistungen umfassen:

  • Körperpflege (z. B. Waschen, Anziehen)
  • Inkontinenzversorgung
  • Medikamentengabe
  • Mobilitätsunterstützung

Diese Form der Pflege fördert Nähe und Selbstbestimmung, kann aber die pflegenden Angehörigen stark belasten – emotional wie organisatorisch.

24‑Stunden‑Pflegekräfte

In Fällen, wo Angehörige rund um die Uhr Unterstützung benötigen, kann eine Pflegekraft bei der zu betreuenden Person einziehen. Sie übernimmt Pflegeaufgaben sowie die Begleitung im Alltag . Wichtig: Diese Kräfte haben meist keine medizinische Ausbildung, sondern arbeiten auf Basis einer Alltags- und Grundversorgung.

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Müssen pflegende Angehörige kurzfristig ausfallen (z. B. durch Krankheit oder Urlaub), greift die Verhinderungspflege – bis zu sechs Wochen pro Jahr ab Pflegegrad 2.

Kurzzeitpflege wiederum bietet stationäre Pflege in Pflegeeinrichtungen, z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei akuter Pflegekrise .


Stationäre Pflege – Heimunterbringung

Pflegeheim und betreutes Wohnen

Wenn häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, folgt oft ein Umzug ins Pflegeheim oder betreutes Wohnen. Vorteile sind professionelles Leitungspersonal, Barrierefreiheit, soziale Kontakte und medizinische Sicherheit – rund um die Uhr.

Nachteile: Hohe Kosten, Verlust vertrauter Umgebung, eingeschränkte Selbstbestimmung .

Tages‑ und Nachtpflege

Als Mittelweg zwischen zuhause und Heim bieten Tages‑ und Nachtpflege Einrichtungen, die stundenweise Betreuung ermöglichen – ideal als Ergänzung zur häuslichen Pflege.


Pflegegrade & Leistungen

Seit 2017 lösten fünf Pflegegrade die früheren Pflegestufen ab. Nach dem Antrag prüft der Medizinische Dienst (oder bei Privatversicherten eine entsprechende Organisation), welcher Pflegegrad gezahlt wird.

Je nach Pflegegrad gibt es:

  • Pflegegeld (für Angehörige)
  • Pflegesachleistungen (Sachleistung durch Pflegedienst)
  • Zusätzliche Leistungen wie Verhinderungspflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege

Rechtliche Grundlagen & Gesetzeslage

Das Pflegerecht ist im SGB XI und verschiedenen Nachfolgegesetzen geregelt.

Wichtige Gesetze:

  • Pflegestärkungsgesetze (PSG)
  • Pflegezeitgesetz, Familienpflegezeitgesetz
  • Pflegepersonalstärkungsgesetz
  • Präventionsgesetz

Ziel ist, Pflegebedürftige und Angehörige zu entlasten, Qualität zu sichern und Pflegekräfte zu stärken.


Grundpflege & Behandlungspflege

Grundpflege umfasst elementare Hilfeleistungen wie Waschen, An- und Ausziehen, Ernährung, Toilettengänge. Behandlungspflege hingegen umfasst medizinische Aufgaben nach ärztlicher Anordnung (z. B. Wundversorgung, Injektionen).


Pflegequalität & Dokumentation

Pflegedokumentation

Pflegedokumentation umfasst Pflegeplanung, Verlauf, Maßnahmen und Evaluation – sie sichert Kontinuität, Qualität und Nachvollziehbarkeit.

Fehler & Risiken

Insbesondere in der ambulanten Pflege besteht das Risiko von Pflegefehlern wie Hygieneverletzungen oder Medikamentenverwechslungen. Qualitätsmanagement und Dokumentation helfen, solche Risiken zu minimieren. ganze Menschen ernst zu nehmen – mit ihren Werten, Gewohnheiten und Biografien.


Pflegearbeit & Betreuung am Lebensende

Pflege endet nicht abrupt mit dem Tod. Sterbebegleitung und Palliativpflege leisten wichtige Beiträge, um das Sterben zu erleichtern. Bestatter übernehmen hier häufig die Verbindung – sowohl zur letzten Betreuung als auch zur würdevollen Überführung.


Schnittstelle Pflege & Bestattung

Für den Solinger Bestatterverband ist das Zusammenspiel von Pflege und Bestattung ein wichtiger Arbeitsbereich:

  • Empathische Übergabe: Pflegekräfte informieren Angehörige über Todes-Anzeichen und begleiten zum Bestatter.
  • Integration von Pflegedaten: Patientenakten und Pflegepläne liefern wichtige Informationen für Trauerredner und Planung.
  • Bestatter als Partner: In Kooperation mit Pflegeeinrichtungen koordinieren sie Hygienemaßnahmen, Überführung und Trauerfeierplanung.
  • Unterstützung der Angehörigen: Trauerbegleitung und Beratung ergänzen die professionelle Pflege, auch nach dem Tod.

Empfehlungen und praktische Hinweise

  • Frühzeitige Vorsorge: Pflegeplanung erlaubt, Wünsche für Pflege & Bestattung zu regeln (z. B. Treuhandvertrag).
  • Pflegegrade prüfen: Bei Veränderungen Pflegegrad beantragen oder anpassen.
  • Pflegedokumentation nutzen: Pflegedokumente helfen Bestattern bei Planung & Trauerbegleitung.
  • Transkulturelle Sensibilität: Pflege und Trauerarbeit sollten kulturell angeleitet sein .

Pflege und Altenpflege sind in unserer Gesellschaft essenziell – sowohl im Alltag als auch in der Begleitung zum Tod. Für den Solinger Bestatterverband ist das Zusammenspiel von Pflege, Sterbebegleitung und pietätvoller Bestattung zentral, um den Abschied individuell, würdevoll und begleiteten Herzstück zu gestalten. Dieses Zusammenwirken von Pflege, Begleitung und Bestattung steht am Ende für Vertrauen, Empathie und menschliche Würde.