Bestatter und ihre Qualifikationen: Vertrauen durch Kompetenz
Bestatter und ihre Qualifikationen: Vertrauen durch Kompetenz

Wenn ein Mensch stirbt, verändert sich für die Angehörigen plötzlich alles. Die Zeit steht still, die Welt wird fremd, und zugleich müssen zahlreiche organisatorische Entscheidungen getroffen werden. In solchen schweren Stunden ist es beruhigend, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu wissen. Bestatterinnen und Bestatter leisten genau diese Unterstützung – sie sind nicht nur Dienstleister, sondern wichtige Begleiter in Zeiten des Abschieds und der Trauer. Doch welche Qualifikationen besitzen Bestatter, und woran erkennt man, ob man einem Bestattungsunternehmen vertrauen kann?
Gesetzlicher Rahmen und gesetzliche Lücken
In Deutschland ist es auf den ersten Blick überraschend, dass der Beruf des Bestatters gesetzlich nicht geschützt ist. Tatsächlich benötigt man zur Gründung eines Bestattungsunternehmens lediglich eine Gewerbeanmeldung. Es gibt keine verpflichtende fachliche Ausbildung. Umso wichtiger ist es, dass Angehörige wissen, welche Qualifikationen ein Bestatter aufweisen kann und sollte, damit sie sicher sein können, dass sie und ihre Verstorbenen in guten Händen sind.
Ausbildung zur Bestattungsfachkraft: Solide Grundlage der Bestatterqualifikation
Vor diesem Hintergrund führte der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) bereits im Jahr 2003 den Ausbildungsberuf der Bestattungsfachkraft ein. Diese dreijährige duale Ausbildung erfolgt im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Hier lernen angehende Bestattungsfachkräfte nicht nur organisatorische Tätigkeiten, sondern auch den empathischen Umgang mit Trauernden, die hygienische und ästhetische Versorgung Verstorbener sowie rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist die überbetriebliche Schulung im Bundesausbildungszentrum für Bestatter in Münnerstadt. Dort können die Auszubildenden praxisnah und professionell lernen, wie Verstorbene versorgt und aufgebahrt werden. Diese Ausbildung gewährleistet, dass die angehenden Bestatterinnen und Bestatter nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch mit viel Fingerspitzengefühl arbeiten und ein tiefes Verständnis für die Situation der Hinterbliebenen entwickeln.
Fortbildungen und Meistertitel: Kompetenz auf höchstem Niveau
Neben der grundlegenden Ausbildung bieten sich Bestattern auch zahlreiche weiterführende Qualifizierungen, die das Fachwissen und die persönlichen Kompetenzen deutlich erweitern. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, sich zum geprüften Bestatter weiterzubilden. Diese Prüfung erfolgt bei der Handwerkskammer und dient der Vertiefung von Kenntnissen und Fähigkeiten in spezifischen Bereichen der Bestattungsdienstleistung.
Eine weitere, noch höherwertige Qualifikation ist der Abschluss als Bestattermeister. Der Meistertitel wird ebenfalls von der Handwerkskammer vergeben und setzt voraus, dass die Bestatterin oder der Bestatter bereits als Fachkraft oder geprüfter Bestatter tätig war. Die Bestattermeisterausbildung umfasst neben fundiertem betriebswirtschaftlichem und rechtlichem Wissen auch vertiefte Kenntnisse in Thanatopraxie (der ästhetischen Versorgung Verstorbener), Trauerpsychologie, Unternehmensführung und Mitarbeiterführung.
Ein Bestattermeister besitzt damit umfassende Kompetenzen, nicht nur in fachlicher, sondern auch in ethischer und persönlicher Hinsicht. Diese Qualifikation zeigt deutlich, dass es sich bei der Tätigkeit von Bestattern nicht nur um ein Gewerbe, sondern um einen hochqualifizierten Dienst am Menschen handelt, der besondere Sensibilität erfordert.
Qualitätssicherung durch das Markenzeichen der Bestatter
Eine wichtige Orientierungshilfe für Angehörige, die in der emotional belastenden Zeit nach einem Todesfall nach verlässlicher Unterstützung suchen, bietet das sogenannte „Markenzeichen der Bestatter“. Dieses Qualitätssiegel wird vom Bundesverband Deutscher Bestatter an Unternehmen verliehen, die bestimmte fachliche, räumliche und ethische Standards erfüllen.
Betriebe, die das Markenzeichen tragen, verpflichten sich, transparent zu arbeiten, Kosten nachvollziehbar darzulegen und auf höchste Qualitätsstandards in der Versorgung Verstorbener und Betreuung der Angehörigen zu achten. Regelmäßige Überprüfungen durch unabhängige Prüfstellen gewährleisten, dass diese Standards dauerhaft eingehalten werden.
Gerade in einer Stadt wie Solingen, in der persönlicher Kontakt und regionales Vertrauen eine große Rolle spielen, ist das Markenzeichen ein verlässliches Kriterium für Qualität und Professionalität. Angehörige können so sicher sein, einen Bestatter zu wählen, der nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch ethische Verantwortung übernimmt.
Vielfältige Spezialisierungen und vertiefende Qualifikationen
Neben den genannten Abschlüssen und Zertifizierungen gibt es zahlreiche weitere Spezialisierungsmöglichkeiten für Bestatter, die ihr Wissen gezielt erweitern möchten. So können sie sich beispielsweise im Bereich der Thanatopraxie spezialisieren. Thanatopraxie umfasst besondere Techniken zur hygienischen und kosmetischen Versorgung Verstorbener und ermöglicht so eine würdevolle Abschiednahme.
Weitere Spezialisierungen sind im Bereich der Kremationstechnik möglich, in der Bestatter lernen, die Abläufe rund um die Einäscherung und Urnenbeisetzung kompetent zu betreuen. Bestatter können sich auch zu Vorsorge- und Trauerberatern weiterbilden, um Angehörige und Menschen, die ihre eigene Bestattung planen möchten, umfassend und einfühlsam beraten zu können.
Diese zusätzlichen Qualifikationen schaffen ein hohes Maß an Sicherheit und ermöglichen den Angehörigen, ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche vertrauensvoll mit dem Bestatter zu besprechen. Sie stellen sicher, dass auch besondere Anforderungen, etwa kulturelle oder religiöse Vorgaben, optimal umgesetzt werden können.
Warum ist eine hohe Qualifikation für Angehörige entscheidend?
Angehörige, die mit einem Todesfall konfrontiert sind, befinden sich meist in einem Ausnahmezustand. In dieser Phase ist es besonders wichtig, von einem kompetenten Bestatter begleitet zu werden, der den Angehörigen Sicherheit und Orientierung gibt.
Bestatter mit hoher Qualifikation bieten nicht nur zuverlässige und empathische Unterstützung, sondern übernehmen auch eine Vielzahl organisatorischer Tätigkeiten, die den Hinterbliebenen oft unbekannt oder überfordernd erscheinen. Die klare Strukturierung der Abläufe, die transparente Information über Kosten und Leistungen und die einfühlsame Unterstützung bei der emotionalen Bewältigung des Abschieds ermöglichen den Angehörigen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Trauerarbeit und das Abschiednehmen.
Fazit: Vertrauen durch Qualifikation
Qualifikation im Bestatterberuf ist weitaus mehr als nur fachliches Wissen. Sie umfasst Empathie, Sensibilität, organisatorisches Geschick und ethische Verantwortung. Durch die fundierte Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, weiterführende Abschlüsse wie den geprüften Bestatter und den Bestattermeister sowie Spezialisierungen und das „Markenzeichen der Bestatter“ sichern die Unternehmen des Solinger Bestatterverbandes höchste Qualität.
Angehörige können sich darauf verlassen, dass sie mit erfahrenen, einfühlsamen und kompetenten Bestattern zusammenarbeiten. Denn gerade in Momenten, in denen der Verlust eines Menschen das Leben komplett verändert, ist es essenziell, dass die Begleitung des Abschieds würdevoll, zuverlässig und professionell erfolgt. Die Mitglieder des Solinger Bestatterverbandes stehen dabei an Ihrer Seite – mit Kompetenz, Menschlichkeit und Vertrauen, garantiert durch höchste Qualifikation.